14. Juni 2021
Im Basler Rhein gibt es seit gut einem Jahrzehnt eine neue Volkssportart: das Rheinschwimmen. Ich kann mir auch mittlerweile nichts besseres vorstellen, als eine Altstadt schwimmenderweise aus dem Fluss zu entdecken. Die Perspektive ist überragend und ungewohnt und man darf sich einfach treiben lassen. Bei Sportambitionen auch mal ein paar Minuten gegen die starke Strömung schwimmen, nur um sich dann weiter unter den Basler Rheinbrücken treiben zu lassen. Irgendwann kann man am Ufer...
22. Mai 2021
Ich sitze gerade alleine auf meinem Balkon, die Sonne scheint und es ist endlich Frühling geworden. Schon seit ein paar Wochen möchte ich einen Text über Einsamkeit schreiben, aber das ist gar nicht so einfach. Einsamkeit ist irgendwie immer noch ein Tabuthema, obwohl ich eigentlich den Eindruck habe, dass seit der Pandemie mehr und offener über die Einsamkeit gesprochen wird, auch und vielleicht gerade weil sie zugenommen hat. Einsamkeit? Wer gibt schon gerne zu, dass er einsam ist, sich...

01. Mai 2021
Das Thema ist mir an sich eine Nummer zu groß. Doch mir sind in kleiner Größe in einem Kinderbuch und einem Teilchen einer Podcastfolge zwei handliche und herzliche Freiheitspäckchen begegnet die ich greifen kann die mir einfach genug erscheinen, für meinen gerade sehr einfachen im Sinne von schlichten Alltag. Zwei Männer unterhalten sich über Freiheit. Und der ältere, schon 88-jährige Mann erzählt: „Ich war jahrelang als Menschenrechts-Politiker unterwegs, und Mut macht mir, dass...
02. April 2021
Ich warte jetzt schon viel zu lange damit, einen Text über das Warten zu schreiben. Alles hat seine Zeit, schrieb einmal ein sehr weiser Mensch. Ich bin aber oft so ungeduldig, bis DIESE Zeit erreicht ist. Ungeduldig, bis endlich der Frühling anfängt. Ungeduldig, bis Corona endlich aufhört. Ungeduldig, bis sich endlich ein paar echte Herzenswünsche erfüllt haben, die ich schon so lange mit mir herumtrage. Ich weiß, ich bin ungeduldig auf sehr hohem Niveau. Denn wie muss es erst den...

02. April 2021
Du bist der Gekreuzigte Gott am Kreuz mittendrin nicht außen vor bist dir nicht zu fein herabzusteigen jetzt hängst du dort gedümtigt hast die Arme weit ausgestreckt umarmst woran wir leiden womit wir kämpfen wofür wir verletzen bei dir hat alles Raum du trägst erträgst deine durchbohrten Hände kommen unserem Schmerz so nah Gott am Kreuz du bist unendliche Solidarität. foto copyright: Nicolas Muino
24. Februar 2021
Meine Kinder spielen gerne Uno das Spiel mit den bunten Karten, Zahlen und Tieren (mit den Tieren ist die Kleinkind-Version, einfacher, weil Tiere) Wenn mein Sohn seine Karten auf der Hand hat, berichtet er als erstes wie viele freche Karten er hat. Freche Karten sind die Affen, die +2, bei denen der Mitspieler_in zwei Extrakarten aufnehmen muss. Meine Kinder wünschen sich in einem Spiel immer möglichst viele sogenannte freche Karten und ich bemerke Ich wünsche mir zur Zeit möglichst viele...

19. Februar 2021
„Ich möchte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit“ schreibt der Psalmist (Psalm 61,5) Gott wohnt in einem Tipi-Zelt neonblaue und rote Bommel hängen Außen zwischendrin Zickzack-Linien in hellblau und altrosa im Zelt natürlich ein großes Feuer nicht bedrohlich, eher so gemütlich warm Seit ich den Vers in den Psalmen las besuche ich Gott – also die Drei – jede Woche in ihrem Tipi-Zelt sie sind nämlich Nomaden damit sie immer dort sind wo wir sind Meistens sitzt die Eine gemütlich im...
29. Januar 2021
Sind es nicht oft die kleinen Wunder, die uns am Leben erhalten oder vielleicht besser: die unsere Hoffnung am Leben erhalten? Die schöne, grüne Hoffnung, die mit dem unverschämt großen Lächeln und den Strahleaugen. Die mit ihren verrückten Krauselocken jedem Wetter trotzt und dem Leben so oft, so frech die Zunge rausstreckt. Ach, was wären wir nur ohne dich? Bella Esperanza. Beautiful Hope. Güzel Umut. Du schöne, schöne Hoffnung. Also werde ich euch meine Geschichten der Hoffnung...

16. Januar 2021
Mein Konsumismus so nenne ich liebevoll meine doch etwas konsum-liebende Lebenshaltung Mein Mann findet dieses kurzfristige Konsumglück, wie man es vernichtend nennen könnte, oft ziemlich amüsant. Die schöne Seite daran ist, dass mit sehr wenig (Konsum, z.b. einem Cappuccino) sehr viel leichtes und einfaches Glück erlebt wird. Dieser kleine wahrscheinlich nicht nur mir eigene „Konsumismus“ ist, wie mir heute auffiel sehr beschränkt (worden) und wie wohltuend und erleichternd ist es...
16. November 2020
Es braucht Mut, um wütend zu sein. Zumindest da wo ich herkomme. Harmonie an erster Stelle. Vermeintliche Familienharmonie. Ich wünsche mir manchmal mehr Freiraum für Wut – sozusagen WutRaum. Ohne dass gleich Tränen fließen. Türen geschlossen werden. Wut aushalten. Trotz Wut bleiben. Gar nicht so leicht. Ich habe lange gebraucht, um wütend zu werden. Viel vergrabene Wut unter zig Schichten Angepasstheit. Viel zu lange, viel zu nett. Dabei geht es nicht immer nett zu. Auch nicht in den...

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