18. Juni 2022
Liebe Eva, danke für deine Zeilen zum Weitermachen, deine Gedanken und Fragen dazu, was uns stark hält. Ich begegne jeden Tag auf der Arbeit Menschen, die sich fragen, soll ich wirklich weitermachen, weiterhoffen? Auf einen Aufenthaltstitel. Auf eine bezahlbare Wohnung. Auf einen Termin bei der deutschen Botschaft im Libanon. Auf ein besseren Job. Auf das lang ersehnte Visum für den Familiennachzug. Weitermachen, weiter hoffen oder Hinschmeißen? Es beeindruckt mich, wie zäh die meisten...
10. Juni 2022
Ich sehe hier in Ruanda neue Lebensstile. Lebensphilosophien. Auch Überlebensstrategien. Letzten Sonntag war ich mit einer Freundin bei Goma (Stadt im Süden Kongos) und bin Teile des Kongo-Nile-Trails gewandert. Hügelauf und Hügelab. Vom Erleben in den Hügeln nahe des großen See Kivu möchte ich dir erzählen, liebe Johanna.

25. März 2022
Liebe Johanna Zeilen zwischen Afrika und der Alb. Zwischen Muhanga und Mühlhausen, wäre schön - nur stimmt es nicht ganz. : ) Du beginnst ja gleich mal mit einem Montag, der es in sich hat. Du schreibst von einer Unterbrechung. Und dann auch noch an einem Montag. Das letzte, was ich an einem Montag, an dem ich versuche Routine in den Alltag von den Kindern und mir zu bekommen, gebrauchen kann, ist eine Unterbrechung. Gerade der Montag ist doch so schon oft blöd genug, als dass man dann noch...
23. Januar 2022
Liebe Eva, heute beginnt also unser Briefwechsel zwischen Afrika und der Alb. Ich gebe zu etwas unpräzise ist sie, die Ortsangabe, aber ich liebe eben Alliterationen. Meine letzte Brieffreundschaft ist schon viele Jahre her, irgendwie hat das doch einen nostalgischen Touch. Ich freue mich jedenfalls drauf! Heute will ich dir von meinem anderen Montag erzählen. Diese Woche Montag war kein gewöhnlicher Montag, denn mittendrin, um 13:00 Uhr wurde der Arbeitstag unterbrochen. Unterbrochen durch...

09. Dezember 2021
Wir steigen in ein Taxi. Dekadent hier. Mein Mann hat das Auto und wir lassen uns fahren. Nur ein paar Kilometer. Die Strecke würde anders nicht gelingen. Muss aber sein, heute. Ich unterhalte mich mit unserem Fahrer, der im frankophonen, dann anglophonen Schulsystem in Ruanda aufgewachsen ist. Vor und nach dem Genozid war es französisch, erst seit 2006 auf dem Papier anglophon, überall seit jeher Kinyar. „Kinyar“ nennen manche Ruander liebevoll ihre Sprache und bringen mir ihr proper...
12. November 2021
Imana. Gott. Guten Morgen. Sonntags. In Ruanda. Am freien Tag. Liegst du im Liegestuhl auf der Dachterrasse? Sitz du auf einem LKW, geschützt unter der Plane. Lässt dich fahren. Guckst freundlich raus. Hängst in der Hängematte? Füße hoch und einfach mal ausruhen. Ruhe finden. Augen zu. Mit einer der folgenden Playlists auf den Ohren? Rest and recover. Recover and regenerate. Relax and unwind. Welche hörst du? Suchst du Freiheit findest du Freiheit - besonders Sonntags? Und wo, wenn ich...

06. November 2021
maybe one of the bravest things we can do is unfold why we became who we became it takes a heck of a lot of courage to look back to uncover our crappy fears and painful losses you have to be brave, brave, brave so bold to watch them right in their faces to let the uninvited hurt finally show up curing is slow so slow no way to speed it up in the meantime we want to throw stones on the people who have hurt us we want them to pay back God walks with us in this dirty shit only hope carries you...
19. September 2021
Oft schon meinte Sophie zu mir: “Ich brauche nur meine Augen zu schließen und durch die Räume zu gehen. Die Küche und den Flur, die knarzenden Treppenstufen nach oben, draußen am alten Schweinestall vorbei und mit den Füßen über den unebenen gepflasterten Boden zu laufen - und ich bin dort - und ich sehe auch meine Mutter, wie sie dort steht oder sitzt oder im Garten kniet und ackert. Ich brauche nur die Augen zu schließen und ich habe alles hier“, sagt sie und legt ihre Hände...

25. Juli 2021
Neulich, da war ich gerade auf der Heimfahrt, da erzählte mir eine Freundin, dass sie sich gerade mit ihrem Mann zusammen gesetzt hat, um darüber nachzudenken, wie sie eigentlich in den nächsten Jahren leben möchten. Letzte Woche dann an einem lauen Sommerabend - bei einem Aperol Spritz erzählte mir eine andere Freundin, dass sie und ihr Mann beschlossen haben, sich einfach mal zu trauen, sich ein Leben vorzustellen, dass nicht eingezwängt ist in gesellschaftliche Konventionen - wie bei...
14. Juni 2021
Im Basler Rhein gibt es seit gut einem Jahrzehnt eine neue Volkssportart: das Rheinschwimmen. Ich kann mir auch mittlerweile nichts besseres vorstellen, als eine Altstadt schwimmenderweise aus dem Fluss zu entdecken. Die Perspektive ist überragend und ungewohnt und man darf sich einfach treiben lassen. Bei Sportambitionen auch mal ein paar Minuten gegen die starke Strömung schwimmen, nur um sich dann weiter unter den Basler Rheinbrücken treiben zu lassen. Irgendwann kann man am Ufer...

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