17. Januar 2023
Ich gehe mit zwei Plastik-Web-Teppichen, made in China, und 4 meiner Yogamatten jeden Freitag zum Jugendzentrum. Hier treffen sich jeden Morgen an die 37 Frauen. Junge Mädels und auch schon etwas ältere Jugendliche. Viele haben eigene Kinder. Durch ungewollte Schwangerschaften. Die meisten wohnen nicht in der Stadt, sondern kommen von den Dörfern aus den Tälern oder Hügeln rund um Muhanga. Wohnen in sehr einfachen Lehm oder Betonhäusern. Sie schlafen mit ihren Geschwistern oder ihren...
21. Dezember 2022
Die große Hoffnungs-geschichte beginnt am Rand. Am äußersten Rand. Vielleicht weil es an den Rändern am meisten Raum für Hoffnung gibt. Unterste Gesellschafts-schicht. Eine Randgruppe. Die Hirten, sie sind es, die es als erstes erfahren. Sie dürfen sich als Erste freuen. Für ihn selbst gibt es dann nicht wirklich Platz. Es ist nicht so, dass die Welt mit ihm rechnete. Auf ihn eingestellt wäre. Ihm den roten Teppich ausrollte. Aber er kommt trotzdem. Rein in den Dreck und Staub unserer...

17. Oktober 2022
Liebe Eva, es ist einige Zeit vergangen seitdem ich dir das letzte Mal geschrieben habe. Wie so oft ist mir das Leben und meine lausige Disziplin dazwischen gekommen. Ich will dir heute erzählen von Teresa, Etty und Edith. Also vielleicht besser bekannt unter Teresa von Avila, Etty Hillesum und Edith Eva Eger. Diese drei Frauen begleiten mich gerade in Wortform und sie lassen mich nicht los - im positiven Sinne. So unterschiedlich diese drei Persönlichkeiten auch sind, die Eine lebte im...
18. Juni 2022
Liebe Eva, danke für deine Zeilen zum Weitermachen, deine Gedanken und Fragen dazu, was uns stark hält. Ich begegne jeden Tag auf der Arbeit Menschen, die sich fragen, soll ich wirklich weitermachen, weiterhoffen? Auf einen Aufenthaltstitel. Auf eine bezahlbare Wohnung. Auf einen Termin bei der deutschen Botschaft im Libanon. Auf ein besseren Job. Auf das lang ersehnte Visum für den Familiennachzug. Weitermachen, weiter hoffen oder Hinschmeißen? Es beeindruckt mich, wie zäh die meisten...

10. Juni 2022
Ich sehe hier in Ruanda neue Lebensstile. Lebensphilosophien. Auch Überlebensstrategien. Letzten Sonntag war ich mit einer Freundin bei Goma (Stadt im Süden Kongos) und bin Teile des Kongo-Nile-Trails gewandert. Hügelauf und Hügelab. Vom Erleben in den Hügeln nahe des großen See Kivu möchte ich dir erzählen, liebe Johanna.
25. März 2022
Liebe Johanna Zeilen zwischen Afrika und der Alb. Zwischen Muhanga und Mühlhausen, wäre schön - nur stimmt es nicht ganz. : ) Du beginnst ja gleich mal mit einem Montag, der es in sich hat. Du schreibst von einer Unterbrechung. Und dann auch noch an einem Montag. Das letzte, was ich an einem Montag, an dem ich versuche Routine in den Alltag von den Kindern und mir zu bekommen, gebrauchen kann, ist eine Unterbrechung. Gerade der Montag ist doch so schon oft blöd genug, als dass man dann noch...

23. Januar 2022
Liebe Eva, heute beginnt also unser Briefwechsel zwischen Afrika und der Alb. Ich gebe zu etwas unpräzise ist sie, die Ortsangabe, aber ich liebe eben Alliterationen. Meine letzte Brieffreundschaft ist schon viele Jahre her, irgendwie hat das doch einen nostalgischen Touch. Ich freue mich jedenfalls drauf! Heute will ich dir von meinem anderen Montag erzählen. Diese Woche Montag war kein gewöhnlicher Montag, denn mittendrin, um 13:00 Uhr wurde der Arbeitstag unterbrochen. Unterbrochen durch...
09. Dezember 2021
Wir steigen in ein Taxi. Dekadent hier. Mein Mann hat das Auto und wir lassen uns fahren. Nur ein paar Kilometer. Die Strecke würde anders nicht gelingen. Muss aber sein, heute. Ich unterhalte mich mit unserem Fahrer, der im frankophonen, dann anglophonen Schulsystem in Ruanda aufgewachsen ist. Vor und nach dem Genozid war es französisch, erst seit 2006 auf dem Papier anglophon, überall seit jeher Kinyar. „Kinyar“ nennen manche Ruander liebevoll ihre Sprache und bringen mir ihr proper...

12. November 2021
Imana. Gott. Guten Morgen. Sonntags. In Ruanda. Am freien Tag. Liegst du im Liegestuhl auf der Dachterrasse? Sitz du auf einem LKW, geschützt unter der Plane. Lässt dich fahren. Guckst freundlich raus. Hängst in der Hängematte? Füße hoch und einfach mal ausruhen. Ruhe finden. Augen zu. Mit einer der folgenden Playlists auf den Ohren? Rest and recover. Recover and regenerate. Relax and unwind. Welche hörst du? Suchst du Freiheit findest du Freiheit - besonders Sonntags? Und wo, wenn ich...
06. November 2021
maybe one of the bravest things we can do is unfold why we became who we became it takes a heck of a lot of courage to look back to uncover our crappy fears and painful losses you have to be brave, brave, brave so bold to watch them right in their faces to let the uninvited hurt finally show up curing is slow so slow no way to speed it up in the meantime we want to throw stones on the people who have hurt us we want them to pay back God walks with us in this dirty shit only hope carries you...

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