Weihnachten - im Knast

Letzte Woche war Weihnachten im Knast. Vierzehn Tage zu früh, weil am 24.12. wollen die Beamten bei ihren Familien sein. Kann man auch verstehen. Für die Jugendlichen heißt das dann an Weihnachten 23 Stunden in der Zelle und eine Stunde Hofgang. Wir haben einfach schon mal vorgefeiert.

Mit Fertigpizza, Eistee, Mandarinen und Lebkuchen.

Mit acht Jugendlichen unterschiedlichster Nationen und Religionen. Es war eines der schönsten Weihnachtsfeste, die ich je erlebt habe.

Denn da war so viel Licht und Freude - inmitten des grauen Betons. 

Da wurde in den schrägsten Tönen Jingle Bells und Oh du Fröhliche gesungen. Da wurde zu Weihnachtsliedern getanzt und die viel zu wenigen Pizzen geteilt.

Am Ende gab es dann sogar Geschenke und strahlende Augen. Tausend Dankeschöns und warme Händedrücke, dabei habe ich mich beschenkt gefühlt.

 

Weihnachten ist ein herrlicher Anlass, um Solidarität zu üben.

Es ist gar nicht so schwer und am Ende sind nicht nur die Anderen die Beschenkten.

 

Weihnachten ist ein herrlicher Anlass, um ein bisschen Hoffnung an so manchen kalten Ort zu bringen... um dann zu festzustellen, auch dort gibt es das Potenzial für ganz viel Herzenswärme.

 

copyright Foto: Tagesspiegel

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